Ich habe schon länger darüber nachgedacht, wie ich meinen Laptop als KVM für Server und Computer verwenden könnte. Da es kaum fertige Lösung gibt, und wenn, diese extrem teuer sind habe ich mich dazu entschlossen, selbst etwas zu bauen, was genau meinen Anforderungen angepasst ist.

Nach kurzer Recherche bin ich auf Pi-KVM gestoßen. Pi-KVM ist ein Betriebssystem für den Raspberry Pi, welches auf ARM Arch basiert. Mit Hilfe einer HDMI zu CSI-2 Bridge, kann dieser HDMI Input in der eigenen Webkonsole bereitstellen. Um auch Maus und Tastatursteurung nutzen zu können, emuliert der Raspberry Pi diese über den USB-C Port via OTG. Nachdem ich mich dazu entschieden habe, Pi-KVM zu nutzen, ging es an die Planung. Zu aller erst stellte sich mir die Frage, welches Gehäuse ich verwenden kann. Ich hatte überlegt, etwas mit dem 3D-Drucker zu drucken, allerdings ist PLA bekanntlicherweise nicht gerade hitzebständig, und da ich den Pi gerne ohne Lüfter betreiben wollte, kam dies nicht in Frage. Ich bin über folgenden Artikel gestolpert. Mir hat die Idee gefallen, das Gehäuse stand dementsprechend schonmal fest.

Da der KVM jedoch so portabel und vielseitig einsetzbar wie möglich sein sollte, hatte ich mir folgende, weitere Anforderungen überlegt:

  • Nur ein Stromkabel für sämtliche Stromversorgung
  • Möglichkeit zum Betreiben via Powerbank
  • WLAN – Router
    • Um mich überall kabellos mit dem Pi-KVM verbinden zu können, habe ich mir überlegt, einen WLAN – Router einzubauen, welcher ein Wifi Netz aufmacht, mit dem sich sowohl Pi-KVM, als auch meiner Rechner verbinden.
  • HDMI Signal durchschleifen
    • In manchen Anwendungsfällen ist es ein nice to have, dass man den KVM zwischen Bildschirm und PC hängen kann. So kann der Server / PC sowohl via KVM, als auch direkt via Bildschirm, Maus und Tastatur bedient werden.
  • Getrenntes schalten von Wifi Router und PiKVM
    • Wenn man nur einen WLAN Hotspot braucht, wäre es sinnlos, den Pi mit einzuschalten. Es soll also sowohl alles eingeschlatet werden können, oder nur der WLAN Router.

Nachdem die Anforderungen klar waren, ging es an die Hardware Beschaffung:

Nachdem alles angekommen war, ging es an den Zusammenbau.

Mir ist schnell aufgefallen, dass der Platz doch geringer war als zuerst erhofft. Mein Plan, die Geräte also einfach nebeneinander in den Switch einzubauen hatte sich schnell erledigt. Also habe ich Wifi-Router und HDMI-Splitter aus den Gehäusen ausgebaut.

Das hat mir schonmal etwas Platz gespart. Allerdings immernoch nicht genug. Das hat dazu geführt, dass der einzige Weg, beides im Gehäuse unterzubringen war, beide Platinen übereinander zu bringen. Also habe ich sie zusammengeklebt:

Da der Transistor zu hoch war, habe ich diesen abgelötet und mit kurzen Kabeln wieder angelötet.

Daraufhin habe ich die Geräte im Gehäuse platziert und die Löcher für die Spacer gebohrt. Testweise habe ich die Geräte schonmal miteinander verbunden. Um an den Ausgang des HDMI Singnals zu kommen, habe ich hier einen HDMI Winkeladapter verwendet. Außerdem habe ich Öffnungen für die Anschlüsse mit einem Dremel in das Gehäuse geschnitten:

Da ich gerne den Look eines typischen Switches beibehalten wollte, habe ich eine Seite der Port mit einem Lüftergitter verkleidet. Auf der anderen Seite sollen später wieder die Ports des Switches eingeklebt werden. Natürlich haben diese keine Funktion.

Die Power LED (ganz links am Gehäuse zu sehen) möchte ich weiterhin als Power LED für den Pi verwenden. Daher habe ich diese von der Switch Platine abgelötet, und auch die RJ-45 Ports getrennt. Die anderen LED Aussparungen habe ich allerdings nicht mehr benötigt, und deshalb mit Schnellspachten zugespachtelt und abgeschliffen.

Wie auf dem letzten Bild schon zu erkennen ist, habe ich das ganze Gehäuse geschliffen und daraufhin lackiert:

Zu guter letzt wurde alles final im Gehäuse verbaut. Hier habe ich noch zusätzlich den USB-C Winkeladapter verwendet. Außerdem habe ich das USB-C Kabel vom Splitter zum Pi aufgetrennt, und die Stromversorgung für alle Geräte über den Schalter angelötet und wieder verbunden. Alle Kabel in Richtung Schalter, habe ich mit Steckverbindern angeschlossen, sodass ich zu Wartungszwecken den Deckel vollständig entfernen kann.

Fertig! Daraufhin habe ich alles getestet. Ich konnte alle Anforderungen die ich mir gestellt hatte umsetzen und zusätzlich, einen wie ich finde, sehr schicken Pi-KVM bauen.

Kategorien: Homelab

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